Pavillon-Zeichen - Eispavillon am See
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EISPAVILLON AM SEE · BREGENZAB 1880 BIS HEUTESIEBEN STATIONEN

UnsereHistorie

Das Ufer, auf dem der Pavillon steht, ist aufgeschüttetes Land. Sieben Stationen erzählen, wie daraus eine Promenade wurde, wie 1963 daneben eine Eisdiele aufsperrte und wer sie seither führt.

Kolorierte Postkarte um 1900: Spaziergänger unter Bäumen auf der Bregenzer Seepromenade, dahinter der Fischersteg mit seinem Pavillon und Ruderboote auf dem See
Postkarte um 1900, Stadtarchiv Bregenz
Kolorierte Postkarte um 1900: Spaziergänger unter Bäumen auf der Bregenzer Seepromenade, dahinter der Fischersteg mit seinem Pavillon und Ruderboote auf dem See
Das Bregenzer Seeufer vor der Promenade: gestapeltes Holz, Boote am Wasser und eine hölzerne Halle
Foto: Stadtarchiv Bregenz

(01) VOR DER PROMENADE

ab 1880

Ein Ort, den es nicht gab

Wo heute Eis über die Theke geht, lagerte Holz am Wasser. Bregenz hat sich sein Ufer selbst gebaut, Schüttung für Schüttung, über Jahrzehnte hinweg.

  • Vor der Promenade bestimmten Fischerei, Holzhandel und Schifffahrt das Ufer: gestapeltes Schnittholz, Boote am Wasser, dahinter eine Bootshütte. Die Aufnahme aus dem Stadtarchiv Bregenz ist undatiert.
  • Anfang der 1880er Jahre wurde das Ufer großflächig aufgeschüttet. 1887 bestand die neue Seepromenade bei der Vorarlberger Landesausstellung ihre erste Bewährungsprobe.
  • Das heutige Blumenmolo hieß damals Westmolo.
  • Zwischen Hafen und Strandbad entstand so der grüne Streifen, auf dem heute spaziert, geradelt und Eis gegessen wird.
Das Team hinter der Theke des Café am Molo, darüber das Schild „cafe am molo · eis-spezialitäten“

(02) DIE GRÜNDUNG

1963

Das Jahr, in dem der See zu Eis wurde

Im Februar steht der Bodensee still und begehbar. Im selben Jahr sperrt Frida Fetz an der Promenade eine Eisdiele auf, dort, wo die Spaziergänger ohnehin vorbeikommen.

  • Im Februar 1963 fror der Bodensee zum letzten Mal vollständig zu: die Seegfrörne.
  • Drei Jahre zuvor hatten rund 90 Prozent der Bregenzer gegen eine Autobahn am Seeufer gestimmt. Die Promenade blieb.
  • Frida Fetz eröffnet ihr Lokal neben dem Molo und nennt es Café am Molo.
  • Aus dem Kaffeeausschank mit Eisspezialitäten wird der Familienbetrieb, den es bis heute gibt.
Die Bregenzer Seeanlagen 1983: Jugendliche sitzen auf dem Rasen, dahinter die Fahnenmasten des Rondells und die Häuserzeile der Innenstadt
Foto: Oskar Spang, Stadtarchiv Bregenz, CC BY 4.0

(03) DIE JAHRE AM MOLO

1970/80er

Die Promenade füllt sich

Das Ufer, das keine Autobahn geworden ist, füllt sich mit Rasen, Fahnen und Bänken. Das Café am Molo wächst mit der Stadt, die ihr Seeufer gerade verteidigt hat.

  • Statt einer Uferstraße blieb die Promenade. Diese Entscheidung prägt den Standort bis heute.
  • In den Seeanlagen stehen Fahnenrondell, Blumenbeete und Bänke. Die Aufnahme von Oskar Spang aus dem Frühjahr 1983 zeigt den Rasen vor der Innenstadt, wo heute die Seestraße vorbeiführt.
  • Am Molo gibt es Kaffee, Eisspezialitäten und ein paar Tische auf dem Gehsteig.
Der Pavillon im Bau, zwei Handwerker an der Fassade

(04) DER NEUBAU

1985

Ein Haus mit acht Seiten

Nach gut zwei Jahrzehnten am Molo bekommt der Betrieb zum ersten Mal ein eigenes Gebäude: achteckig, mit umlaufendem Vordach und Blick in alle Richtungen.

  • Nach dem Tod von Frida Fetz hat ihre Tochter Astrid Fetz-Klien den Betrieb übernommen, als zweite Generation.
  • Sie verlegt ihn in den neu gebauten Pavillon: vieleckig, fast rund, mit ausfahrbaren Markisen.
  • 1990 wird die Gulaschbrücke abgetragen, über hundert Jahre lang die Verbindung vom Bahnhof zum See.
  • Der achteckige Grundriss ist seither das Zeichen des Hauses.
Blick in den Pavillon auf Vitrine, Theke und Team

(05) DIE PACHTJAHRE

1995–97

Fremde Hände

Für ein paar Sommer führen Pächter den Pavillon. Der Betrieb läuft weiter, die Handschrift ändert sich, dann kommt er zurück in die Familie.

  • Der Pavillon ist verpachtet und wird mit 20 Mitarbeitern geführt.
  • In dieser Zeit bildet sich die Familie weiter und sammelt Erfahrung in anderen Geschäften und Lokalen.
  • Danach übernimmt Familie Fussenegger den Eispavillon.
Der Pavillon mit vollem Gastgarten und roten Sonnenschirmen

(06) DAS UFER WIRD NEU

2009/10

Alles wird neu, der Pavillon bleibt

Hafen und Seeanlagen werden umgebaut. Der Pavillon steht, wo er steht, und bekommt eine neue Nachbarschaft.

  • Hafen und Seeanlagen werden komplett umgestaltet: neues Hafengebäude, die Sunset-Stufen am Blumenmolo, ein neuer Leuchtturm.
  • Seit 2014 führt die Pipeline als Weg am Ufer entlang.
  • Der Pavillon liegt seither zwischen neuem Hafen, Blumenmolo und Festspielgelände.
Der Pavillon heute: Glasfront, Gastgarten und das achteckige Obergeschoss

(07) DRITTE GENERATION

Heute

Derselbe Platz, sechzig Sommer später

Vorne die Eiswelt zum Mitnehmen, im Gastgarten Service am Tisch, dazwischen der See. Das Ufer ist mehrfach neu gebaut worden, der Platz ist derselbe geblieben.

  • Heute führt Familie Fussenegger den Betrieb in dritter Generation.
  • Saison von Anfang März bis Ende Oktober.
  • Der Gastgarten öffnet zum Wasser hin, mit derselben Blickrichtung wie 1963, nur das Ufer ist ein anderes.
ORT
Seeufer mit Holzlager
AM WERK
Fischerei, Holzhandel, Schifffahrt
Gäste im Gastgarten an der Promenade, dahinter der See

SEIT 1963

Die Geschichte geht weiter, jeden Sommer am selben Ufer.